Tag des offenen Denkmals - Golzheimer Friedhof
Die Grafiksammlung Mensch und Tod zeigt in Kooperation mit der Stiftung Deutsche Bestattungskultur zum Tag des offenen Denkmals auf dem Golzheimer Friedhof in den Fenstern der Robert Schumann Hochschule Reproduktionen nach Pinselzeichnungen und Kaltnadelradierungen des Totentanzes Vagabondage Ad Mortem, 1995 von Gertrude Degenhardt (*1940).
Gertrude Degenhardts Vagabunden sind allesamt Frauen. Diese Personifikationen des weiblichen Todes treten in wallenden Kleidern auf, mit Blumenprints, Rüschen und schillernde Farben. Ihre Schädel mit Schleifen geschmückt, spielen sie mit einem Kaleidoskop an Instrumenten zum Tanz auf. In ihrer Gesamtheit bilden sie ein groteskes Orchester und assoziieren einen schrillen Klangteppich aus impulsiver Musik, zu dem die um die Musikinstrumente verrenkten Körper dynamisch durch das Bild tanzen, schreiten und kriechen. Ein Ausdruck puren Lebens im Angesicht des Todes.
Die groteske Körperlichkeit, das inbrünstige Musizieren und Feixen wird durch Gertrude Degenhardt in ihren bunten Vagabundinnen auf die Spitze getrieben.